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Strukturiertes Testen im Bibliothekssystem mit Hilfe von User-Stories

Der Bibliotheksdienstleister OCLC hat eine browserunabhängige Version des Lokalen Bibliotheksverwaltungssystems entwickelt, welche im Laufe dieses Jahres in allen Verbundbibliotheken zum Einsatz kommen soll. Im Rahmen der geplanten Umstellung wurden an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) umfangreiche Tests an der neuen Version durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurde für die ThULB ein Testkatalog erstellt, in dem alle Vorgänge aufgelistet wurden, welche im Ausleihsystem in der Regel durchgeführt werden. Im zweiten Schritt wurden diese Vorgänge in der aktuell angewandten sowie in der neuen Version getestet und die Ergebnisse der Tests miteinander verglichen. Als Werkzeug zur Formulierung dieser Vorgänge wurden User Stories verwendet.

User Stories werden in der Softwareentwicklung eingesetzt, „um gewünschte Funktionalitäten eines Systems aus Sicht des Anwenders zu beschreiben“[1]. Dabei sollen folgende Inhalte transportiert werden: Wer (Person) möchte was (Funktionalität) aus welchem Grund (Nutzen)? Der Fokus liegt darauf, einen Sachverhalt so einfach wie möglich bzw. in kurzen Sätzen zu beschreiben. Reines Testen ist manchmal nicht unbedingt nachvollziehbar – die User Stories helfen dabei, die Hintergründe der Tests zu verdeutlichen, und geben dem Testkatalog einen guten Bezug zum Arbeitsalltag.

Zur Veranschaulichung soll folgende User Story dienen: „Ein Medium, welches vorgemerkt ist, wird zurückgegeben.“ Anhand dieses kurzen Satzes verstehen die KollegInnen, welche Arbeitsschritte im Ausleihsystem zu erledigen sind. Für jedes Detail, das sich an der Situation ändert, wird eine neue User Story erstellt. Falls im oben genannten Beispiel das zurückgegebene Medium nicht vorgemerkt ist, sondern sich im Mahnprozess befindet, lautet die User Story: „Ein Medium, welches bereits angemahnt wurde, wird zurückgegeben.“

Im Testkatalog wird das komplette Spektrum an Situationen im Ausleihsystem abgedeckt, angefangen bei Ausleihe und Rückgabe über An- und Abmeldung bis hin zur Benutzerdatenverwaltung und vielem mehr.
Es werden ebenfalls Vorgänge beschrieben, die aufgrund eines Fehlers bzw. eines Versehens entstehen können. Auch für diese Situationen muss die Software auf ihre Funktionsweise getestet werden. Als Beispiel dient folgende Situation: „Ein abholbereites Medium wird abgeholt. Dabei wird jedoch ein Buch aus dem Auslageregal geholt, welches auf einem anderen Benutzerkonto verbucht ist.“

Damit die Sätze so kurz wie möglich bleiben, jedoch die Gleichberechtigung gewährleistet ist, wurde darauf verzichtet, eine spezifische Person in den User Stories zu benennen. Somit wird statt „Ein Nutzer/Eine Nutzerin möchte ein Medium ohne Beilage aus dem Freihandbereich ausleihen.“ die User Story wie folgt formuliert: „Ein Medium ohne Beilage aus dem Freihandbereich soll für die Ausleihe außer Haus verbucht werden.“

Als Fazit können wir ziehen, dass zur Verdeutlichung der Arbeitsabläufe im Ausleihsystem die User Stories hervorragend geeignet sind. Sie sind ein unkompliziertes Mittel, um aus komplexen Gegebenheiten verständliche Aussagen machen zu können. Dies erleichtert allen weiteren KollegInnen, welche die neue Version derzeit testen, die Arbeit mit dem Testkatalog.

Jasmin Berbig und Nina Hartwig, Sachgebiet Zentrale Ausleihe, ThULB Jena


[1] vgl. User Story / t2informatik GmbH. - Berlin, [2020]. - 1 Online-Ressource. - https://t2informatik.de/wissen-kompakt/user-story/ - Gesehen am 06.05.2021

Universitätsbibliothek Weimar erfolgreich auf RFID umgestellt

Mit der Wiedereröffnung des umgebauten Ausleih- und Servicebereichs der UB Weimar am 26. April 2021 wurde ein über mehrere Jahre geplantes und vorbereitetes Projekt zum erfolgreichen Abschluss gebracht. Dabei stand die Einführung der RFID-Technologie im Vordergrund. Mit komfortablen Selbstverbuchungsmöglichkeiten sieht sich die Bibliothek im Augenblick noch besser für den Betrieb in Zeiten von Corona gerüstet. Perspektivisch soll die neue Technologie zu einer deutlichen Erweiterung der Öffnungszeiten führen. Im Vorfeld des Projekts wurden seit Mitte Januar 2021 insgesamt ca. 160.000 Medieneinheiten im Freihandbereich der Bibliothek mit RFID-Etiketten beklebt. Die Umetikettierung des Magazin-Bestands wird die Bibliothek noch über Jahre begleiten.

Wichtiger Bestandteil des Projekts war die komplette Umgestaltung des früheren Ausleihbereichs. Die frühere Ausleihtheke wurde deutlich verkleinert und zur „Servicetheke“ umgestaltet. An zentraler Stelle wurden zwei Selbstverbucher aufgestellt, von denen der eine neu mit Strom und Datennetz versorgt werden musste. In unmittelbarer Nähe zu den Selbstverbuchern befinden sich die ebenfalls neuen Regale für die von der Bibliothek bereitgestellten sowie für die von den Nutzer*innen zurückgegebenen Medien. Die ersten Reaktionen der Nutzer*innen sind überaus positiv.

Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der UB Weimar